Studien zum Bronzeguss und zur Keramik im mittelalterlichen Lübeck. Manfred Schneider (Hrsg.) Lübecker Schriften zu Archäologie und Kulturgeschichte, Band 31. 406 Seiten, 153 Abbildungen
Der Band enthält vier Beiträge. H. Drescher befaßt sich mit den Grabungsergebnissen der Breiten Straße 26 von 1983 zu einer Metallwerkstatt des 13. Jhs. mit Grapengießern, Glockengießern und Zinngießern sowie Kupferschmieden und Eisenschmieden. Auf dürftige Befunde folgen reiche Funde bestehend aus Gußformen, Trichtern, Deckeln und Hinweisen auf bis zu 300 Grapen, Altarleuchter, kleine Glocken, einen Gießlöwen und Weihrauchgefäße. Es folgen Öfen, Herde, Schlacken, Tiegel, Barren, Rohmaterial, Rohgüsse und Fehlgüsse z.B. Schnallen, Gußzapfen und Gußabfall, Drahtabfälle und Blechabfälle sowie Funde aus Zinn, Blei, Schmiedeeisen, Stahl etc. Davon ausgehend werden Fragen der Formtechnik und Gußtechnik sowie der Produktionsumfang geklärt. Es folgen Vergleiche mit anderen Gießereien in Lübeck, Rostock, Magdeburg, Odense, Visby und Uppsala. Metallanalysen, alte Handwerksvorschriften und Enzyklopädieeinträge ergänzen die Resultate. Drei Beiträge von U. Drenkhahn zu Keramik aus Lübecker Kaufmannsvierteln und Handwerkervierteln sowie zur roten Irdenware des 12. - 13. Jhs. und den Anfängen der lokalen Glasurkeramik schließen an seine Keramikchronologie LSAK 29 an und vertiefen deren Ergebnisse.
Inhalt: Hans Drescher. Eine Grapengießerwerkstatt des 13. Jahrhunderts in Lübeck, Breite Straße 26, und Vergleichsmaterial aus Rostock, Magdeburg, Odense, Visby und Uppsala 9. Ulrich Drenkhahn. Die Keramik der Ausgrabungen im Lübecker Kaufleuteviertel 173. Ulrich Drenkhahn. Die Keramik der archäologischen Untersuchungen im Lübecker Handwerkerviertel 301. Ulrich Drenkhahn. Rote Irdenware des 12. und frühen 13. Jahrhunderts aus Lübecker Töpfereien und die Anfänge der einheimischen Glasurkeramik 355.