Hildi Keel-Leu, Beatrice Teissier. Die Vorderasiatischen Rollsiegel der Sammlungen BIBEL+ORIENT der Universität Freiburg Schweiz. The Ancient Near Eastern Cylinder Seals of the Collections BIBLE+ORIENT of the University of Fribourg. Orbis Biblicus et Orientalis, Volume 200. XXI, 472 Seiten, 72 Tafeln mit 455 Abbildungen
Die Rollsiegel Sammlung der Universität Freiburg Schweiz ist mit ihren 455 Siegeln eine der zehn bedeutendsten europäischen Sammlungen in öffentlichem Besitz. Den Grundstock der Sammlung bilden die rund 250 ausgewählten Stücke der ehemaligen Sammlung Rudolf Schmidt. Diese ist hauptsächlich in den 40er Jahren aufgebaut und 1981 von Erica Peters- Schmidt der Universität Freiburg Schweiz geschenkt worden. In der Folge wurde diese Sammlung um rund 200 Stücke erweitert, die hauptsächlich aus alten bekannten Sammlungen (Aulock, Erlenmeyer, Marcopoli usw.) erworben werden konn ten. Besonders wurden jene Perioden ausgebaut, während denen Rollsiegel in Palästina Israel eine Rolle spielten und eine wichtige Quelle für das jeweils dominierende religiöse Sym bolsystem darstellen. Dazu gehören die Mittelbronzezeit mit Motiven der klassischen kanaanäischen Religion, die Amarnazeit mit den Mitanni Siegeln und besonders die neuassyrische Zeit mit der Bibel geläufigen Topoi wie Drachenkampf, «Herr der Tiere», Kult der nächtlichen Gestirne usw.
Im Katalogteil wird jedes Siegel in Bezug auf Material, Gravurtechnik, Stil und Ikonographie genau beschrieben und auf Grund von Parallelen zeitlich und kulturell eingeordnet. Zusammenfassende Einführungen zu jeder Gruppe skizzieren chronologische Probleme und ikonographische Eigenheiten, die die Glyptik jeder Periode charakterisieren.
Hildi Keel-Leu beschreibt die Stücke der klassischen mesopotamischen Siegelproduktion von der Uruk- bis in die Perser- Zeit, Beatrice Teissier die der Randregionen, vorab die grosse Gruppe der syrischen Siegel.