Kirchen zwischen mittlerer Elbe und Bober


 
 Artikelnummer: BV216522
 Artikelnummer: BV216522
 Katalog seit: 18.12.2017
 ISBN13: 9783910011847
 Verlag: BLDAM 
 

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Beschreibung

Markus Agthe. Kirchen zwischen mittlerer Elbe und Bober. Untersuchungen zu Aspekten der archäologischen Denkmalpflege und Baugeschichte. Forschungen zur Archäologie im Land Brandenburg, Band 17. Franz Schopper (Hrsg.) 373 Seiten, 740 Abbildungen, 1 Klapptafel A3

Die Arbeit erfasst ca. 620 Kirchen- und Kapellenstandorte im Nordosten des mittelalterlichen Bistums Meißen, wobei das Arbeitsgebiet den Süden des Landes Brandenburg sowie Teile Sachsens, Sachsen-Anhalts und der Republik Polen einschließt. Für alle Sakralbauten erfolgte eine Auswertung bezüglich ihrer archäologischen, baugeschichtlichen, urkundlichen und archivalischen Überlieferung. Wichtigste Grundlage dafür bildet die Sichtung von Materialien aus etwa 220 archäologischen Ausgrabungen. Ziel war es, die Entwicklung des Kirchenbestandes zu rekonstruieren und dadurch zu besiedlungsgeschichtlich relevanten Aussagen zu gelangen.

Ein Schwerpunkt der Arbeit ist die Darstellung von archäologischen Befunden, die auf das Vorhandensein von Vorgängerkirchen hindeuten. Steinerne Vorgängerbauten treten fast ausschließlich an Stadt- und Klosterkirchen auf. In der Mehrzahl sind die nachweisbaren Vorgänger von Dorfkirchen Holzbauten. Sie lassen sich archäologisch durch Spuren von Holzpfosten, mehrere parallel liegende oder einzelne in den Boden eingegrabene Holzbalken oder Unterlegsteine für die Schwellbalken nachweisen. Holzkirchen, die auf Pfosten und eingegrabenen Balken gegründet waren, können in den Zeitraum vom Ende des 12. bis zum Anfang des 13. Jhs. datiert werden. Die Gründung auf Unterlegsteinen ist eine jüngere Entwicklung und ab dem 14. Jh. belegt.

In einigen Kirchen haben sich Bauhölzer erhalten, die sehr wahrscheinlich von älteren Holzkirchen stammen und in den nachfolgenden Steinbauten wiederverwendet wurden. So sind z. B. Überreste von Schwellbalken, tragenden Ständern und Wandbauteilen wie Planken und Bohlen überliefert. Eichene Spaltbretter mit Nut können von Wandverkleidungen herrühren. Dendrochronologische Datierungen stellen die erschließbaren Holzkirchen in den Zeitraum von um 1200 bis in die erste Hälfte des 13. Jhs.

Die Zusammenschau der Untersuchungsergebnisse verdeutlicht, dass man die ersten Kirchen als Holzbauten zeitgleich mit der im späten 12. Jh. einsetzenden Besiedlung des Arbeitsgebiets während der Ostsiedlung errichtete. Eine Überprägung slawischer Kultstätten ist nicht zweifelsfrei nachweisbar. Danach verlief die Entwicklung innerhalb des Arbeitsgebiets recht unterschiedlich. Vor allem im Westteil entstanden relativ bald - etwa um die Mitte des 13. Jhs. - steinerne Kirchen. Ausweislich von Dendrodaten dauerte es annähernd 25 - 80 Jahre, also ein bis drei Generationen, bevor die ersten Steinkirchen fertiggestellt waren. An anderen Standorten folgte auf die ersten Holzkirchen mindestens eine weitere Holzkirchengeneration, bevor man im 15. Jh. steinerne Gotteshäuser erbaute. In wieder anderen Gegenden herrschen bis heute Holzbauten in Gestalt von Fachwerkkirchen vor.

Die Ursachen für den regional unterschiedlichen Beginn des Steinkirchenbaus sind vielschichtig. Beispielhaft wurden die Einflüsse der oberflächennahen Geologie und der Geomorphologie, des Bodens, der Lage an Verkehrswegen, von weltlicher Herrschaft und kirchlicher Institution sowie von Religiosität und Frömmigkeit untersucht. Wie sich zeigte, kamen all diese Faktoren mit unterschiedlichem Gewicht zum Tragen.

Auf der Basis aller untersuchten Befunde, Funde und Fakten folgt abschließend der Versuch, den Bestand an Kirchen für den Zeitraum vom 13. bis zum 15. Jh. zu ermitteln. Im Ergebnis ist für die im Verlauf der Ostsiedlung neu besiedelten Gebiete zu schlussfolgern, dass die Mehrheit der um 1500 fassbaren Kirchen bereits im 13. Jh. bestanden hat. In den slawischen Altsiedellandschaften war die Situation anscheinend eine andere, wie am Beispiel des Siedlungsgebietes der Lusizi herausgearbeitet wurde. Möglicherweise gab es hier bis in das 13. Jh. hinein keinen nennenswerten Kirchenbestand. Über die Hintergründe lässt sich im Augenblick nur spekulieren.


Verlag - Publishing House:BLDAM
Autoren - Authors:Markus Agthe
Band - Volume:17
Einband - Cover:Leinen
Sprache - Language:deutsch
Seitenanzahl - Page Number:Franz Schopper (Hrsg.) 373 Seiten, 740 Abbildungen,1 Klapptafel A3
Format - Dimensions:24 x 30 cm
Buch-Gewicht - Book weight:1830g
Erscheinungsjahr - Publication Year:2017
Erscheinungsort - Place of Publication:Wünsdorf
Auflage - Edition:1
Reihe - Series:Forschungen zur Archäologie im Land Brandenburg
ISBN10:3910011845
ISBN13:9783910011847

Bibliografische Angaben

Verlag - Publishing House:BLDAM
Autoren - Authors:Markus Agthe
Band - Volume:17
Einband - Cover:Leinen
Sprache - Language:deutsch
Seitenanzahl - Page Number:Franz Schopper (Hrsg.) 373 Seiten, 740 Abbildungen,1 Klapptafel A3
Format - Dimensions:24 x 30 cm
Buch-Gewicht - Book weight:1830g
Erscheinungsjahr - Publication Year:2017
Erscheinungsort - Place of Publication:Wünsdorf
Auflage - Edition:1
Reihe - Series:Forschungen zur Archäologie im Land Brandenburg
ISBN10:3910011845
ISBN13:9783910011847

Buch Zustand

Sprache:Deutsch
Warenzustand :Neuware

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Title:
Kirchen zwischen mittlerer Elbe und Bober
Author:
Publisher:
BLDAM
Genre -Series
Hoch- und Spätmittelalter
ISBN13:
9783910011847
Date of Addition:
Cover:
https://www.antikmakler.de/media/image/product/54300/md/bv216522.jpg
URL:
Keywords:
Elbe, Bober, Mittelalter, Bistum Meißen, Eliten, Kulte, Kirche, Kapellen, Sakralbau, Kirchenbestand, Klosterkirche, Steinbauten, 9783910011847
Description:
Markus Agthe. Kirchen zwischen mittlerer Elbe und Bober. Untersuchungen zu Aspekten der archäologischen Denkmalpflege und Baugeschichte. Forschungen zur Archäologie im Land Brandenburg, Band 17. Franz Schopper (Hrsg.) 373 Seiten, 740 Abbildungen, 1 Klapptafel A3

Die Arbeit erfasst ca. 620 Kirchen- und Kapellenstandorte im Nordosten des mittelalterlichen...



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