Marschenratskolloquium 2009 - Flüsse als Kommunikations- und Handelswege
Marschenratskolloquium 2009 - Flüsse als Kommunikations- und Handelswege. 5. - 7. November 2009, Deutsches Schiffahrtsmuseum, Bremerhaven. Niedersächsisches Institut für historische Küstenforschung (Hrsg.) Siedlungs- und Küstenforschung im südlichen Nordseegebiet, Band 34. 393 Seiten, 258 Abbildungen, 14 Tabellen, Text ind deutsch, englisch
Seit dem 19. Jh. erregen an Flußufern geborgene Ansammlungen qualitätvoller Gegenstände die Aufmerksamkeit der Forschung. Gemeinsam mit Importwaren, die verstärkt in ufernahen Zonen von Fließgewässern gefunden werden, belegen sie, daß diese im urgeschichtlichen und frühgeschichtlichen Europa als Verkehrswege zentrale Bedeutung für Kommunikation und Austausch hatten, aber auch Orte von Opferhandlungen waren. In feuchten Sedimenten der Uferzonen herrschen meist außergewöhnlich gute Erhaltungsbedingungen für organische Materialien, so daß ein Archiv vorgeschichtlicher und frühgeschichtlicher Landschaftsgeschichtlicher, Vegetationsgeschichtlicher und Siedlungsentwicklung vorliegt, das in den vergangenen Jahren dank geophysikalischer Prospektion und bauvorgreifender Ausgrabung zunehmend erschlossen wurde. Die 25 Beiträge des Kolloquiums beleuchten aus verschiedenen Blickwinkeln die kulturgeschichtliche Bedeutung von Flüssen sowohl mit großräumigen Studien als auch mit Detailuntersuchungen einzelner Fundplätze bzw. Siedlungsräume in Mitteleuropa und Nordeuropa. Ferner wurden Wasserfahrzeuge sowie Prospektionsmethoden zur Auffindung von Landeplätzen und Wasserfahrzeugen thematisiert.