Imperator christianissimus - Der christliche Kaiser bei Ambrosius und Johannes Chrysostomus
Kirsten Groß-Albenhausen. Imperator christianissimus. Der christliche Kaiser bei Ambrosius und Johannes Chrysostomus. Frankfurter Althistorische Beiträge, Band 3. 223 Seiten
Ambrosius und Johannes Chrysostomus, die Bischöfe von Mailand und Constantinopel, sind neben ihren Predigten und Textauslegungen vor allem durch ihre Auseinandersetzungen mit den Kaisern ihrer Zeit bekannt. Die Tatsache, daß sie von der Kirche als Heilige betrachtet werden, hat jedoch häufig zu einer voreingenommenen Betrachtung ihres Verhaltens gegenüber den Herrschern geführt. Bei unvoreingenommener Betrachtung dagegen zeigen die Selbstzeugnisse der Bischöfe ein anderes Bild als das gängige, das in ihnen heroische Widerstandskämpfer gegen die Anmaßung der Regierenden sieht. Untersucht werden vor allem Briefe, aber auch dogmatische Schriften des Ambrosius sowie Predigten und Traktate des Chrysostomus. Es geht unter anderem um das Verhältnis des Ambrosius zu Gratian, den Streit um den Victoria-Altar, den Mailänder Kirchenstreit, die Affaire von Callinicum, den Bußakt von Mailand, das Verhalten des Ambrosius gegenüber dem Usurpator Eugenius und seine Leichenreden auf Valentinian II. und Theodosius sowie um die Theorien des Johannes Chrysostomus über das Kaisertum, den Statuenaufstand von Antiochia und die Auseinandersetzungen zwischen dem Hof in Constantinopel und seinem Bischof. Eine Analyse der Selbstzeugnisse erbringt eine Reihe von neuen wichtigen Erkenntnissen über die Ansichten, Argumente und Vorgehensweisen der beiden Bischöfe.